So teste ich Prop Firmen
Viele Reviews zu Prop Firmen stammen von Leuten, die nie selbst ein Konto gekauft haben. Für jeden Praxistest setze ich mein eigenes Geld ein. Ich trade auf den echten Plattformen und beantrage echte Payouts. Wenn ein Review nur auf Recherche basiert, kennzeichne ich das klar.
Hier zeige ich dir meinen gesamten Ablauf. Ohne Blackbox.
Derselbe Ablauf für jeden Praxistest
Ein Praxistest ist nur vergleichbar, wenn jede Prop Firm unter denselben Bedingungen läuft. Deshalb trade ich bei allen getesteten Firmen nach demselben Ablauf.
Ich trade NQ und MNQ, GC und MGC sowie ES und MES. Meistens handle ich die New-York-Session, manchmal London. Den größten Teil meiner Positionsgröße setze ich abends in der Power Hour ein. So erlebt jede getestete Firma vergleichbare Bedingungen: echte News, echte Volatilität und echten Drawdown-Druck mit meiner normalen Positionsgröße.
Eine Firma kann an einem ruhigen Dienstag gut aussehen und am CPI-Tag auseinanderfallen. Genau diesen Unterschied zeigt dir keine Regelseite.
Bevor ich Geld ausgebe: meine Ausschlusskriterien
Manche Firmen scheiden aus, bevor ich überhaupt ein Konto kaufe. Drei Punkte sind für mich sofort ein Ausschluss.
Passende Märkte
Ich trade Futures. Wenn ES, NQ und die Micros auf der Plattform fehlen, schreibe ich das in den Review und breche den Test ab. Ich bewerte keinen Markt, den ich selbst nicht trade.
Plattform und das Mac-Problem
Ich arbeite am Mac. Eine Firma, die nur Rithmic und keinen sauberen Weg für Mac-Nutzer anbietet, macht den Alltag unnötig schwer. Das sage ich auch so. Ich selbst nutze Tradovate und TradingView. Unter Windows ist das für dich vielleicht egal, für viele Mac-Trader aber nicht. Deshalb prüfe ich es jedes Mal.
Was ich vor dem Kauf sehen will
Kann ich vor dem Kauf ein echtes Dashboard sehen und mich dort umschauen? Wenn eine Firma alles hinter dem Checkout versteckt, sagt das einiges darüber aus, wie sie arbeitet.
So trade ich jedes Konto: immer mit denselben Risikoregeln
Bei jeder getesteten Firma halte ich mich an denselben Risikorahmen. Ich begrenze mein Risiko pro Trade und setze mir selbst ein Daily Loss Limit, auch wenn die Firma keines vorgibt. Sobald ich mein Payout-Ziel erreicht habe, höre ich auf, statt das Konto bis ans Limit weiterzutraden.
Dieselbe Disziplin bei jedem Praxistest. Deshalb kann ich dir sagen, welche Regeln mir Luft gelassen haben und welche mich ausgebremst haben.
Was ich bei jeder Firma prüfe
Wenn eine Firma meine ersten Kriterien erfüllt und ich ein Konto gekauft habe, prüfe und dokumentiere ich immer dieselben Punkte. Sie entscheiden, ob sich ein Konto wirklich sinnvoll traden lässt. Beim beworbenen Profit Split hört mein Review nicht auf.
Diese Punkte dokumentiere ich bei jeder Firma. So bleiben die Reviews vergleichbar und du siehst, welche Regeln mir genug Spielraum gelassen haben und welche nicht.
Welche Länder zugelassen sind, prüfe ich getrennt von den Trading-Regeln. Für Trader in Australien gibt es zuerst die aktuelle Auswahlliste für Australien, die sich bei jeder Firma auf deren eigene Länderregeln stützt.
Was mich der Account bis zum ersten Payout kostet
„Einmalig $140“ sagt wenig aus, wenn noch Gebühren für Marktdaten, eine Aktivierungsgebühr und zwei nötige Resets dazukommen. Ich addiere alle Kosten vom Kauf bis zum ersten Payout. Dazu gehören auch die CME-Datengebühren, die viele Reviews weglassen und die jeden Monat weiterlaufen.
Topstep berechnet monatliche Gebühren. Bei Lucid zahlst du einmal. Für den Vergleich zählt der Gesamtpreis, nicht der Preis im Werbebanner.
Was in den meisten Reviews fehlt
Wie alt die Firma ist und wer dahintersteht. Wer hat die Firma gegründet und was haben diese Leute vorher betrieben? Ist darunter eine Prop Firm, die bereits gescheitert ist oder Payouts eingestellt hat? Ein aktiver Gründer im Discord ersetzt keine belastbare Vorgeschichte. Ich schaue mir die Historie an.
Wie oft sich die Regeln ändern und in welche Richtung. Ich führe für jede Firma ein datiertes Protokoll der Regeländerungen. Wenn eine Firma ihre Konsistenzregel jedes Quartal still verschärft, ist das ein anderes Risiko als bei einer Firma, die ihre Bedingungen seit zwei Jahren nicht geändert hat.
Wie oft die Firma Rabatt gibt. Wenn eine Firma jede Woche 50% Rabatt anbietet, ist das keine besondere Aktion mehr. Dauernde Rabatte sagen etwas über die Marge aus. Das schreibe ich auch dann, wenn ich selbst einen Rabattcode anbiete.
Das Kleingedruckte. Manche Klauseln erlauben es einer Firma, deinen Payout wegen einer Formalität abzulehnen. Deshalb suche ich in den Bedingungen nach Kündigungen im eigenen Ermessen und schwammigen Regeln zu angeblicher „Manipulation“. Dort zeigt sich, wie fair eine Firma im Streitfall wirklich ist.
Wie zuverlässig Payouts kommen. Dafür zählen meine eigenen Erfahrungen und konkrete Berichte aus der Community, nicht die Werbeversprechen der Firma.
Gegentests und mehrere Firmen parallel
Ein einzelnes Konto erzählt nie die ganze Geschichte. Deshalb kaufe ich zum Gegentest auch einen Direct- oder Instant-Funded-Account oder trade zwei Kontomodelle parallel. So sehe ich, an welcher Stelle die Regeln tatsächlich greifen.
Ich trade bewusst mehrere Firmen gleichzeitig, darunter Lucid, TakeProfitTrader und Tradeify. Genau dazu würde ich dir ebenfalls raten. Stecke nie dein gesamtes Kapital in eine einzige Prop Firm, auch nicht in eine, die mir eine hohe Provision zahlt.
Kommunikation und Support
Im Discord einer Firma erkennst du schnell, wie der Support arbeitet. Beantwortet das Team aktuelle Fragen oder besteht der Server aus offenen Tickets und Beschwerden, die still verschwinden?
Ich prüfe, ob unangenehme Fragen zu Payouts beantwortet werden oder verschwinden. Für eine echte Anfrage messe ich die Antwortzeit selbst, statt einem „24/7 Support“-Banner zu glauben. Wird eine Firma still, sobald Geld auf dem Spiel steht, weißt du schon vor dem Kauf, woran du bist.
Die Accounts, die ich verloren habe
Ich zeige dir keine reine Erfolgsserie. Ich hab Accounts gerissen. An einem FOMC-Tag hab ich mein Daily Loss Limit nicht sauber eingehalten und damit einen guten Account verloren. Ich hab bei Firmen gekauft, eine Regel übersehen und dafür bezahlt.
Auch diese Erfahrungen gehören in meine Reviews. Gerade an verlorenen Accounts zeigt sich, was die Regeln einer Firma wirklich bestrafen. Wer nur Payouts zeigt, lässt die Hälfte des Tests weg.
Was ich belege und was privat bleibt
Wenn ich von einem Payout berichte, dokumentiere ich die Firma, das Datum der Anfrage und des Eingangs, die Payout-Methode und das Ergebnis. Persönliche Beträge, Kontonummern und andere identifizierende Angaben bleiben privat. Der Beleg soll zeigen, dass der Payout angekommen ist, nicht meine Finanzen offenlegen.
Kann ich eine Zahl nicht selbst belegen, sage ich klar, woher sie stammt. Für bestätigte Angaben zeige ich den Beleg. Habe ich eine Firma nicht mit eigenem Geld getradet, steht im Review deutlich „nur recherchiert“. Fake-Screenshots haben hier keinen Platz.
Dafür habe ich einen eigenen Nachweis, etwa einen Payout-Screenshot, ein Zertifikat oder eine Bestätigung des Zahlungsdienstleisters.
Dafür gibt es eine zitierte Quelle, aber keinen Beleg aus meiner eigenen Nutzung.
Diese Zahl stammt von der Firma selbst, etwa die Zahl aktiver Trader oder eine interne Kennzahl. Ich kennzeichne das direkt.
Wie ich einzelne Aussagen belege
Eine Quelle belegt nie automatisch den ganzen Review. „LucidFlex unterstützt diese Plattform“, „beim 50K-Plan gilt diese Drawdown-Regel“ und „mein Payout im Mai ist angekommen“ sind drei verschiedene Aussagen und brauchen jeweils einen eigenen Beleg.
Bei jeder Aussage, die deine Entscheidung beeinflussen kann, halte ich genau fest, für welchen Plan oder Account sie gilt. Dazu kommen die offizielle Seite oder mein eigener Nachweis, die konkrete Überschrift oder Tabellenzeile, das Prüfdatum und mögliche Widersprüche. Wenn sich glaubwürdige Quellen widersprechen, steht dieser Konflikt im Review. Ich erzwinge keine saubere Antwort, wenn es keine gibt.
Regelmäßige Kontrollen sind keine vollständigen Inhaltsupdates. Wenn ich die Zahl der Trustpilot-Bewertungen prüfe, bestätigt das nur diese eine Zahl. Preise, Regeln, Payouts und der restliche Review sind damit nicht automatisch erneut geprüft. Deshalb ändert sich dadurch auch nicht das Datum „zuletzt aktualisiert“.
Was ich nicht prüfen kann
Einige Zahlen kann ich nicht unabhängig bestätigen. Dann behaupte ich es auch nicht.
Die Zahl aktiver Trader kann eine Firma nach eigenen Angaben veröffentlichen. Umsatz und Verhältnis zwischen Payouts und Umsatz sind bei fast allen Prop Firmen privat. Interne Bestehensquoten stammen ebenfalls von der Firma, solange keine geprüften Daten veröffentlicht werden. Das passiert fast nie.
Deshalb steht bei jeder Zahl, woher sie kommt. Angaben der Firma kennzeichne ich als solche. Wenn ich selbst Geld eingesetzt habe, zeige ich meinen Beleg. Externe Angaben bekommen eine zitierte Quelle. Ich veröffentliche lieber weniger Zahlen, hinter denen ich stehen kann, als eine überzeugend aussehende Tabelle mit erfundenen Werten.
So entsteht die Bewertung
Für jede Bewertung gelten zwei Regeln. Die erste: Keine Bewertung ohne eigenen Test. Habe ich bei einer Firma kein eigenes Geld eingesetzt, bekommt sie keinen PTV-Score. Im Review steht dann „nur recherchiert“. Die zweite: Die Bewertung muss sich belegen lassen. Ich stütze den Score auf dokumentierte Erfahrungen: meine eigenen Payouts, datierte Regelwerke, Support-Tickets und konkrete Zeitabläufe. Nicht auf Bauchgefühl oder ein gewünschtes Ergebnis.
Der Score von 100 Punkten setzt sich so zusammen:
| Kriterium | Gewichtung | Was ich prüfe |
|---|---|---|
| Payouts | 25 | Zahlt die Firma? Wie schnell kommen Payouts wirklich im Vergleich zur Werbung? Was ist bei meinen eigenen Anfragen passiert? |
| Fairness der Regeln | 20 | Drawdown, Konsistenzregeln einschließlich Funded-Phase, versteckte Einschränkungen im Help Center und Häufigkeit von Regeländerungen |
| Gesamtkosten | 15 | Gesamtpreis aus Eval, Freischaltung, Resets und monatlichen Gebühren. Dazu prüfe ich, ob der angebliche Rabatt nur von einem künstlich hohen Vergleichspreis abgezogen wird. |
| Stabilität | 15 | Alter der Firma, bisherige Payouts, Wechsel bei Eigentümern, Sitz und frühe Warnzeichen |
| Aufwand im Alltag | 10 | Dauer der KYC-Prüfung, Hürden beim Payout und die tatsächliche Hilfe des Supports, wenn etwas schiefläuft |
| Plattform und Ausführung | 10 | Plattformauswahl, Datenqualität und Ausfälle während meiner Trading-Sessions |
| Ehrlichkeit im Marketing | 5 | Beworbener Profit Split und andere Versprechen im Vergleich zu meiner Erfahrung. Außerdem prüfe ich Muster bei incentivierten Reviews. |
Ein Score bringt nichts, wenn jede Firma über 90 Punkte bekommt. Die Verteilung auf der Website soll die echte Branche abbilden: einige sehr gute Prop Firmen, viele mittelmäßige mit konkreten Schwächen und einige, vor denen ich warne. Jeder Review nennt mindestens zwei Nachteile, die einen Käufer wirklich treffen würden, und erklärt, für wen die Firma nicht passt. Ältere Reviews bewerte ich nach diesem Raster neu. Solange das bei einem alten Score noch nicht passiert ist, verlass dich stärker auf die beschriebenen Regeln als auf die Zahl.
Die Bewertung zeigt, wie gut eine Firma zu meinem Trading-Stil passt. Sie ist kein allgemeingültiges Urteil. Ich trade aktiv Futures und schreibe für Trader mit einem ähnlichen Ansatz. Ein Forex-Swing-Trader würde die Kriterien anders gewichten. Lies deshalb neben meinem Score immer die konkreten Regeln und entscheide selbst.
Unterm Strich
Ich teste Prop Firmen so, wie ich es vor meinem ersten Kauf selbst gebraucht hätte: mit eigenem Geld, klaren Regeln und belegten Ergebnissen.
